Hyaluronsäure
Hyaluronsäure ist -biochemisch gesehen- eine helixartige Kette von Zweifachzuckern. Diese Substanz als Gewebeaufbaustoff in allen tierischen Lebewesen identisch zu finden und hat ein enormes Wasserspeichervermögen. Wir finden sie in der Haut, aber auch im Augapfel und in der Gelenkflüssigkeit. In der menschlichen Haut wird Hyaluronsäure durch Fibroblasten gebildet und verleiht dieser Volumen und Geschmeidigkeit. Der Hyaluronsäuregehalt der Haut nimmt mit dem Alter ab.
Als Falten-Auffüllstoff (Dermal Filler) wird die gelartige Substanz als nicht-animalische stabilisierte Hyaluronsäure (NASHA) zur Faltenunterspritzung synthetisch durch Bakterien hergestellt. Diese ist damit frei von Allergenen, Erregern und Verunreinigungen.
Ein Allergietest wie etwa bei Kollagenen muß nicht durchgeführt werden.
Hyaluronsäure wird in unterschiedlichen Partikelgrößen, Fließeigenschaften, Ein- und Abbaugeschwindigkeiten auf dem Markt angeboten.
Indikation
Je nach Faltentiefe und Position werden verschiedene Konsistenzen der Hyaluronsäure verwendet. Bei feinen oberflächlichen Falten sind eher dünnere Konsistenzen geeignet, bei tieferen Falten oder zum Aufbau von schmalen Lippen sollten eher dickere Konsistenzen verwendet werden.
Im Einzelnen lassen sich sowohl feine Linien im Wangen- und Augenbereich, feine senkrechte Fältchen im Lippen Mundbereich (sog. Raucherfalten) als auch tiefere Falten auf der Stirn und im äußeren Augenbereich (Krähenfüße) behandeln. Klassische Regionen zur Faltenunterspritzungen mit Hyaluronsäure sind die Behandlungen der Nasolabialfalten und der sog. Marionettenfalten (von den Mundwinkeln zum Kinn ziehend).
Auch die Zornesfalte lässt sich nach oder alternativ einer zur Botulinumtoxin-Therapie mit Hyaluronsäure glätten. Tränenfurchen lassen sich gut durch Auffüllen der Tränenfurche mit Hyaluronsäure behandeln, genau wie erschlaffte Ohrläppchen.
Mit stabilisierter Hyaluronsäure lässt sich in ausgesuchten Fällen auch eine Nasenkorrektur ohne Operation behandeln. Hierbei wird der Nasenhöcker nicht operativ abgetragen sondern durch geschickte Angleichung des Nasenrückens meist an der Nasenwurzel optisch eingeebnet. Dadurch wird der Gesichtsausdruck wesentlich harmonischer. Eine hängende Nasenspitze kann zusätzlich mit Botulinumtoxin angehoben werden. Diese ästhetische Nasenveränderung macht in einigen Fällen eine operative Nasenkorrektur entbehrlich.
Eine Hautverjüngung bietet sich um den Mund, auf den Wangen, an den Händen und im Hals- und Dekolleté-Bereich an. Besonders knitterige und von der Sonne gestresste Haut kann man mit flächigen, kombinierten Injektionen von Hyaluron-Produkten und Botulinumtoxin verjüngen. Die Kollagen-Synthese der Haut wird angeregt und das Gesicht oder die behandelte Region wirkt nach wenigen Behandlungen deutlich frischer.
Für folgende Bereiche gibt es optimierte Hyaluronsäuren zur Auffüllung (Aufspritzen) der Haut und Unterhaut:
- Auffüllung der Nasolabialfalte
- Lippenmodellierung und Lippenvergrößerung
- Auffüllung (Aufspritzen) des Oberlippen-Bereichs zur Glättung der Raucherfältchen
- Glättung der Zornesfalte
- Auffüllen der Tränenfurche zur Kaschierung der Tränensäcke
- Hautverjüngung im Wangen- und Augenbereich
(Feuchtigkeitsmaske von innen) - Aufspritzen der Marionettenfalten (Mundwinkel)
- Auffüllung der Ohrläppchen (bei schlaffen lang gezogenen Ohrläppchen)
- Glättung der Falten vor dem Ohr
- Kaschierung des Nasenhöckers
- Auffüllen der Wangen
- Aufbau über den Jochbeinen zur Betonung der Kontur
- Kinnvergrößerung und Kinnformung
- Hautverjüngung der Handrücken (Handverjüngung)
Behandlung
Es empfiehlt sich vor der Behandlung ein Betäubungsgel aufzubringen. Vor einer Lippenvergrößerung ist eine örtliche Betäubung der zur Lippe leitenden Nerven sinnvoll.
Mit feinen Injektionsnadeln wird die Hyaluronsäure gezielt eingebracht. Der Erfolg der Behandlung ist sofort sichtbar. Direkt nach der Behandlung empfiehlt sich die Kühlung der Areale.
Risiken
Eine Unterspritzung mit Hyaluronsäure ist ungefährlich für die Gesundheit. Bei etwa 50% der Patienten entsteht eine vorübergehende Rötung und über dem behandelten Areal. Bei deutlich weniger als jedem 1000. Patienten sind nach einem Jahr nach der Faltenunterspritzung kleine Knötchen im Implantationsbereich tastbar. Bei etwa 10% der Patienten entstehen kleine Hämatome, die sich schnell rückbilden sollten.
Die Haltbarkeit beträgt in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten, je nach Region und verwendeten Substanzen. Danach ist eine Wiederholung problemlos und beliebig oft möglich.


